Camps
Deutsch High SchoolDeutsch CampDeutsch FootprintDeutsch Kontakt
Deutsch ImpressumDeutsch Über Uns

Schülerbriefe

Linda Rinke, Queenstown Secondary School

Ich möchte gerne meine Erfahrungen teilen, die ich hier in Asien mache. Dies sind meine ersten Eindrücke von Singapur,den Menschen die hier leben und der Schule.

Das war es also, nach langen und teilweise sehr schweren Abschiedswochen, stieg ich am 28.Dezember um 18 Uhr in den Flieger von Düsseldorf nach Frankfurt um dort in Richtigung Singapur abzuheben. Ich war eigentlich schon innerlich auf den Wetterschock vorbereitet, doch trafen uns 30°C und rund 85% Luftfeuchtigkeit mit voller Wucht. Am nächsten Tag hatten wir einen kleinen Workshop zu der Stadt Singapur und den Eigenheiten der Leute die hier leben, eine Einführung in das U-Bahn System (MRT) und eine wirklich schweißtreibende Rallye durch Chinatown.

Obwohl 70% der Singaporeans chinesischer Abstammung sind, gibt es immer noch dieses chinesische Stadtviertel, es wurde, wie Little India ursprünglich gegründet um Spannungen zwischen den vielen ethnischen Gruppen hier zu vermeiden. Doch selbst hier sind alle Kulturen bunt durcheinander gemischt. In Chinatown befindet sich eine Kirche, eine Moschee, ein hinduistischer und ein buddhistischer Tempel im Radius von 300 Metern!!!

Am Abend lernten wir dann unsere Gastfamilien kennen. Ich war sehr aufgeregt und die "asiatische Begrüßung", was nichts anderes ist als ein breites Lächeln und ein einfacher Händedruck, trug nicht gerade zu meinem Wohlbefinden bei. Doch je mehr ich mich mit meinen Gasteltern im Auto unterhielt, desto wohler fühlte ich mich. Als ich im Haus ankam, das nun für 6 Monate mein zu Hause sein sollte, habe ich zum ersten Mal realisiert, dass ich hier nicht nur Urlaub mache.

Meine Gasteltern, die ich Uncle und Auntie nenne, und meine Gastschwestern, 18 & 19 Jahre, sind unglaublich freundlich zu mir, überaus hilfsbereit und haben mir bereits einen guten Überblick über die kulinarische Vielfalt Singapurs gegeben. Oft wird hier in Food Stalls gegessen, das sind kleine offene Hallen, in denen sich viele kleine Shops befinden, wo man für gut 1€ ein sattmachendes Essen bekommt. Da beide Eltern berufstätig sind haben sie eine Haushaltshilfe, die aber eigentlich alles im Haushalt regelt. Jasmin kommt aus den Philippinen, lebt und arbeitet aber schon seit 20 Jahren in Singapur für die Familie. Es ist übrigens nichts besonderes eine "maid" zu haben, da die meisten Frauen arbeiten, und ihren Job, Kinder und den Haushalt hier schwer unter einen Hut bekommen.

Am 2. Januar habe ich meine Schuluniform gekauft, blauer Faltenrock und weiße Bluse, und habe mich bei der Schulleiterin vorgestellt, die sehr an uns interessiert und wirklich sehr nett ist. Am nächsten Tag ging es dann richtig mit der Schule los. Wir haben jeden Morgen um 7.25 Uhr Assembly, dort stellen sich alle Schüler nach Klassen geordnet auf und singen die Nationalhymne. Es ist schon ein mulmiges Gefühl 1200 Leute mit der gleichen Uniform, auf die Fahne schwören zu hören, die jeden Morgen gehisst wird, doch wird das an allen Schulen gemacht, um die Kulturen in Singapur ein Gemeinschaftsgefühl zu geben (so wurde es mir erklärt). Danach wurde ich von unserem "mentor" Ms. Chee den Klassen vorgestellt. Selbstständigkeit wird hier vorrausgesetzt, doch wollen sie gleichzeitig jeden Schüler mit allen ihren zur Verfügung stehenden Mitteln fördern, richten z.B. Lerngruppen ein und haben auch technisch viele Möglichkeiten vom Staat bekommen. Die Lehrer sind an meiner Schule vergleichsweise jung, was eine gewisse Vertrautheit schafft, doch werden sie auch sehr respektiert, bei der Begrüßung und Verabschiedung steht man auf und verneigt sich. Die Schüler nehmen ihre Arbeit sehr ernst, speziell in dem Jahr vor ihrem Examen, (vergleichbar mit der ZLP10, nur wird man in allen Fächern geprüft, ich natürlich nicht), sind ansonsten den deutschen Schülern nicht unähnlich :)
Sonnige Grüße aus dem wunderschönen S'pore Linda Rinke

Teil zwei: Nach 4 Monaten Singapur

Die ersten vier Monate sind um und sie sind wie im Flug vergangen. Auch wenn ich nach einem Monat bereits das Gefühl hatte, ich wäre schon eine halbe Ewigkeit hier, denke ich nun, wenn ich zurückschaue, wie kurz die Zeit im Endeffekt war. Trotzdem glaube ich, dass ich die Zeit bis jetzt gut genutzt habe.

Ein ganz normaler Tag in meinem Leben hier sieht folgendermaßen aus: Ich stehe um 6 Uhr auf und werde nach einem Frühstück zur Schule gefahren, wo ich viel zu früh bin. Ja, ich werde gefahren. Warum? Mein Gastvater, uncle, wie ich ihn nenne, hat es mir angeboten und er scheint es gerne zu machen, ist nur leider davon überzeugt, Überpünktlichkeit sei eine besondere Tugend. Aber nach der Schule und an den Wochenenden nutze ich das gut ausgebaute Nahverkehrsmittelsystem unabhängig und selbstständig. Die Schule beginnt dann also um 7.20 Uhr mit dem "flag rising" und dem "pledge" und geht inklusive der Mittagspause bis 1.40 Uhr. Danach hat man aber eigentlich jeden Tag noch "remedials". Im Prinzip ist es eine Art Zusatzunterricht. Er wird genutzt um den Lernstoff weiter zu führen oder einige Dinge zu wiederholen.
Einmal in der Woche habe ich mein CCA, was ein zwar außerunterrichtlich aber verpflichtendes "Hobby" ist. Ich konnte mich zwischen verschiedenen Sportarten, Chor und anderen Uniformgruppen entscheiden. Ich habe beschlossen, mich den"girl guides" anzuschließen. Es ist eine internationale Organisation, etwa vergleichbar mit unseren Pfadfindern. Wir tragen eine Uniform (deshalb uniformgroup), marschieren, stellen uns für verschiedene Aktivitäten, wie z.B. Getränkeausgabe beim "sportsday" zur Verfügung, und lernen erste Hilfe wofür wir Abzeichen und Punkte bekommen. Ich weiß, das hört sich ziemlich langweilig an, ist jedoch manchmal wirklich anstrengend, und die Mädchen sind super lustig und richtig gute Freundinnen geworden.

Nachmittags lerne ich dann und halte über meinen treuen Laptop den Kontakt zu Deutschland und chatte mit meinen neuen Freunden hier. Am Anfang war ich noch sehr euphorisch, da alle offener auf mich zugegegangen sind, als ich erhofft habe. Ich hatte jedoch nach ungefähr 6 Wochen eine Phase wo ich das Gefühl bekam, gar nicht dazu zu gehören. Mittlerweile komme ich mit fast allen in meiner Klasse und Stufe gut klar, mit einigen besser mit anderen weniger gut, wie es halt überall normal ist. Nur den Exotenstatus werde ich irgendwie nicht ganz los, besonders meine (blonden) Haare scheinen hier viel Eindruck zu machen. Alle Deutschen, die hier sind, werden ohne Hemmungen angestarrt, ob an der Schule oder auf der Straße.
Mit meiner Gastfamilie komme ich gut klar, trotz einiger Meinungsunterschiede, z.B. was meine "curfew "angeht. :-) Wobei man sagen muss, dass Singapur eine wirklich sichere Stadt ist. Ich war einige Male am hiesigen Strand, der hier so ist, wie man sich so einen tropischen Strand vorstellt, mit Palmen und weißem Sand. Ein anderes neues Hobby ist ins Kino gehen, sehr verbreitet unter den Singaporeans. Ende Januar war ich mit den andern Deutschen in Indonesien, was wirklich ein Highlight war. Wir sind auf eine kleine Insel gefahren mit vielen Strandressorts und einem Mangrovenwald. Klein ist jedoch relativ, die Insel war größer als Singapur. Wir sind dann mit Booten durch den Regenwald gefahren und haben uns das Ökosystem erklären lassen. Es ist sehr beeindruckend, die hohen Bäume mit ihren Wurzeln im Wasser stehen zu sehen, besonders in dem kleinen, schaukelnden, schnellen Boot, das nur langsamer wurde, wenn der Reiseführer eine Giftschlange oder einen Leguan entdeckt hatte.

Ein weiteres Highlight war "Chinese New Year" Anfang Februar. Es ist der Jahreswechsel für die Chinesen und mit der Bedeutung von Weihnachten in Europa oder Nordamerika vergleichbar. Man besucht jedes Familienmitglied, angefangen bei dem Ältesten, isst unglaublich viel, guckt unzählige chinesische Soaps, mit mehr oder weniger guten Schauspieler und isst noch mehr. Ich hatte unglaublich viel Spaß die Familie meiner Gastfamilie kennen zu lernen und habe am Ende fast so mitgefühlt wie meine Gastschwestern, wenn die Liebste des Helden (" HE IS SO CUTE!") gestorben ist. Diese Soaps sind anfänglich wirklich eine Kommunikationshilfe, denn so, dank Untertitel, hat man immer ein Gesprächsthema. Als Unverheiratete/r bekommt man kleine rote Pakete mit etwas Geld drin, ich netterweise auch.

Im Juni werde ich mit den Deutschen mit dem Rucksack ("backpacking") für 10 Tage durch Vietnam reisen. Wir werden, mit erwachsener Begleitung, im Süden des Landes, in Ho-Chi-Minh-Stadt starten und dann mit Bus und Bahn Richtung Norden reisen. In einigen der wichtigsten und schönsten Städten Vietnams machen wir Halt, werden viele Museen und Tempel besuchen, shoppen, tauchen und vor allem wenig schlafen. Ich freue mich riesig. Unsere Reise endet in Hanoi, ganz im Norden, von da werden wir nach Singapur zurückfliegen. Das Auslandsjahr endet für die Halbjahresfahrer, inklusive mir, dann (leider) auch schon.

Bis dahin werde ich meine Zeit hier noch so gut es geht genießen und sende schöne Grüße aus dem heißen Singapore! Zai Jian und Goodbye:) Linda

 

Unterwegs mit Kerstin von CAMPS

Laura Maier in Chinatown

Neujahrsgrüße von unseren Schülern

Fyn Walla, Innova Junior College

Ni Hao, ma?! Hallo und wie geht’s?! Ich bin seit 2007 ein ‚Auswanderer‘ im Namen CAMPS. Ich bin an einer topmodernen Schule, in der Sport, Freunde und Lernen zusammenkommen. Mich begeistert die Vielfalt der Angebote, wie Reisen nach Malaysia und Hongkong, Schulteams, viele AG-Möglichkeiten und die Nutzung von neuesten Technologien. Und das Wetter! Es ist immer warm bei 30°C und Sonne! Ich habe während meines Aufenthaltes sehr viel über mich und die asiatische Lebensweise gelernt. Mit Offenheit und dem Willen, sich einer völlig anderen Kultur anzupassen, konnte ich eine wunderschöne Zeit in diesem einmaligen Tropen-Land verbringen... Nicht umsonst habe ich mich für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr entschieden! :-))

Fyn Walla mit Freunden

Das Verhältnis zu den Lehrern war ganz anders. Lehrer in Singapur sind meistens sehr jung, sie konnten uns besser verstehen und haben immer wieder bewiesen, dass sie uns gut verstehen. Sie waren auch engagierter.
Annika Wilms, Jurong East

Mein Aufenthalt in Singapur wird mir auf jeden Fall in meinen ganzen weiteren Leben weiterhelfen. Ich bin froh, dass ich schon so jung diesen Schritt gewagt habe und bin stolz eine Austauschschülerin in Singapur zu sein.
Laura Maier, Nanyang Junior College

Fyn vor der Skyline

Singapur fasziniert bei Tag und Nacht