Annika - Ein Schulhalbjahr in Kalifornien

Ich war ein halbes Jahr an der goldenen Westküste von den USA. Ich habe in einem kleinen Dorf genau am Meer in Kalifornien gelebt. Die Menschen, die ich dort getroffen habe, waren total warmherzig und haben mir geholfen in jeder Situation klar zukommen. Ich dachte am Anfang, dass ich komplett auf mich alleine gestellt bin, doch so ist es überhaupt nicht. Ich habe an der Orientation in New York teilgenommen, bevor ich zur Familie weitergereist bin. Henrike von Camps reiste mit uns und gab mir ein sicheres Gefühl in dieser riesigen Stadt. Es war ein schöner und entspannter Ausflug in eine echt super schöne Stadt.

Als ich dann auf dem Weg zu meiner Gastfamilie war, hatte ich echt ein wenig Bedenken, aber wenn man erstmal da ist, ist alles super. Man lernt schnell neue Leute kennen. Die Amerikaner sind sehr aufgeschlossen und waren immer sehr freundlich zu mir. Es freut sie, dass wir Deutschen oder andere Austauschüler aus anderen Ländern an Amerika interessiert sind. Meine neuen Freunde, die ich kennen gelernt hatte, wollten mir immer sofort helfen, wenn ich nur ein kleines Problem hatte.

Ich war in einer Gastfamilie mit noch einem anderen Mädchen aus Brasilien. Sie war ein Jahr älter und wir haben uns von Anfang an super verstanden. Ich habe so nicht nur den amerikanischen Alltag kennen gelernt, sondern auch den brasilianischen. Ich musste nach einem Monat meine Gastfamilie wechseln. Am Anfang dachte ich, dass ein Gastfamilienwechsel das Schlimmste überhaupt ist. Aber in diesem einen Monat habe ich so viel gelernt. Ich stand alleine auf meinen eigenen Beinen und habe mich um meine Angelegenheiten auch alleine gekümmert. Ich bin im Grunde auch mit der ersten Gastmutter klar gekommen, nur meine Gastschwester hatte ein wenig zu viel brasilianisches Temperament. Es kam viel zu Streitereien aufgrund ihrer Kleidung. Ich habe mich da eher rausgehalten. Das war für mich das Sinnvollste, da man nicht mit den Gasteltern diskutieren soll. Es ist alles gut ausgegangen und ich fand das gar nicht so schlimm, denn hätte ich meine Gastfamilie nicht gewechselt, wär ich nicht in diese unglaublich tolle neue Familie gekommen. Ich bin Einzelkind und kam nun zu einem jungen Paar mit 3 Kindern, einem Hund, einer Katze und zwei Hasen. Außerdem ist meine brasilianische Gastschwester mit mir in die neue Familie gewechselt.

Meine Gastfamilie hat mich eingeladen, mit ihr nach Disneyland zu fahren. Außerdem waren wir über Thanksgiving zum Familientreffen am Lake Tahoe. Wir haben alle Familienmitglieder kennen gelernt. In den Winterferien haben sie mich und meine Gastschwester mit nach Utah genommen. Wir haben Heiligabend in einer amerikanischen Großfamilie kennen gelernt. Es war total anders, aber wunderschön. Außerdem konnte ich Snow Board fahren.

Vom Local Coordinator wurde je ein Ausflug nach San Francisco und nach L.A. für die Austauschschüler der Schule organisiert. Es war toll die Großstädte mit all ihren Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.

Die Organisation war immer ansprechbar und wenn ich Fragen hatte oder doch Hilfe brauchte, konnten sie mir immer gute Ratschläge und Antworten geben. (Vor allem für meine Eltern, die sich schon den Kopf zerbrochen haben, wie sie mir helfen konnten.)

Außerdem hatte ich einen Local Coordinator vor Ort, die wie eine Tante oder ein Familienmitglied für mich war. Es kam mir so vor als würde ich sie schon mein Leben lang kennen. Ich hatte Glück, dass wir jeden Sonntag in die gleiche Kirche gegangen sind. Sie meinte am Ende, dass sie mich am liebsten adoptieren würde und ich glaube, sie hätte sich sehr gefreut, wenn ich noch länger hätte bleiben können.

Ich wollte ehrlich gesagt nicht wieder nach Deutschland. Die Leute sind mir so ans Herz gewachsen und das in nur 5 ½ Monaten. Es war als wenn ich dort für immer leben würde und, dass das jetzt mein Alltag ist.

Ich bin so froh, dass ich dieses Abenteuer gewagt habe und den großen Schritt gemacht habe. Es ist nicht immer alles gut gelaufen, aber genau das hat es bei mir so perfekt gemacht. Es war ein unvergessliches halbes Jahr in Amerika und ich bin an jeder Kleinigkeit gewachsen!