Antonia - Ein Schuljahr in Missouri

Beste Erfahrung meines Lebens

Ich konnte mir nie wirklich vorstellen, für eine so lange Zeit ins Ausland zu gehen. Aber es war eine  der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe! Auch wenn es manchmal schwierig ist, so weit weg von seiner Familie und seinen Freunden zu sein,  bereue ich  diesen Schritt nicht!

Ich habe in Warrenton, einer kleinen Stadt in Missouri, USA, wundervolle Menschen kennengelernt, die ich tief in mein Herz geschlossen habe. Sie haben mir voller Stolz gezeigt, wie man als Amerikaner/-in in den USA lebt und nach mehr als einem halben Jahr Aufenthalt kann ich ihren Stolz verstehen.

Am Anfang hatte ich ein komisches Gefühl, aus dem Flieger zu steigen und einem ganzen Haufen “fremder“  Mädchen gegenüber zu stehen, die mich mit so viel Freude empfingen. Und nochmal aufregend war es, den Rest der Familie kennenzulernen und die ersten Schultage zu erleben. Aber wenn das alles erst mal hinter dir ist, beginnt dein amerikanischer Traum. Amerika ist ein schönes und abwechslungsreiches Land und die Leute hier sind total aufgeschlossen, warmherzig und freundlich. Sie haben es mir leicht gemacht, mich einzuleben und hier sehr wohl zu fühlen.

Das Schulleben hier ist total anders. Du wirst durch sämtliche Sport- und Nachmittagsangebote mehr in das Schulleben eingebunden. Das Schönste an diesen Aktivitäten ist, dass man immer neue Leute kennenlernt und viele Freunde bekommt! Wenn die Schulmannschaften der Jungs Spiele gegen andere Teams haben, z.B. im Football oder Basketball, kommt der Großteil der Schüler zusammen. Gemeinsam feuern wir unsere Mannschaft an und haben alle eine tolle Zeit. Auch aufregend sind die Schulbälle, die wir feiern. Es werden Kleider ausgesucht, wir treffen uns am Nachmittag mit den Freundinnen und machen uns gemeinsam fertig, wir gehen vorher etwas essen und dann beginnt die Party. Ich werde dies alles sehr vermissen!

Der Schultag ist anders aufgebaut als in Deutschland: Ich habe sieben Fächer, die jeden Tag in der gleichen Reihenfolge unterrichtet werden. In der ersten Zeit habe ich wenig verstanden und oftmals zwei oder drei Stunden an den Hausaufgaben gesessen. Heute ist alles natürlich sehr viel einfacher und meine Noten sind richtig gut.  

In meiner Familie werde ich von allen behandelt wie ein Familienmitglied. Dafür bin ich so dankbar! Ich habe zwei tolle Gastschwestern. Die eine ist in ihrem ersten Collegejahr, die andere ist ein Jahr älter als ich und geht auf meine High School. Noch ein Grund zur Dankbarkeit ist, dass es meiner Familie wichtig ist, mir andere amerikanische Städte zu zeigen, wie Chicago, St. Louis, Washington D.C. und Orlando, wo ich bis vor kurzem sechs tolle Tage in Disneyworld verbringen durfte.

Diese sieben Monate haben mir unglaublich gut getan, sie haben mich wachsen lassen, höchstwahrscheinlich auch verändert und ich freue mich auf die restlichen drei Monate. Ich kann mir  noch gar nicht  vorstellen, wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Ich fühle mich hier wie zu Hause und es macht mich traurig, daran zu denken, dass ich diesen Ort und die Menschen bald wieder verlassen muss.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, geht ins Ausland! Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen, das wünsche ich euch!

Liebste Grüße aus Warrenton, Missouri