Freya - Ein Schuljahr in Irland

Mein Name ist Freya Grimme, ich bin 15 Jahre alt und ich verbringe ein Auslandsjahr in Irland.

Ich wohne im County Kerry im Süden Irlands, in dem kleinen Ort Milltown, 20 km entfernt von Killarney. Meine Gastfamilie besteht aus meinem jüngeren Gastbruder, der 12 Jahre alt ist, meiner irischen Gastschwester und meiner spanischen Gastschwester, die beide in meinem Alter sind und meiner Gastmama und meinem Gastpapa, der aber leider in Schottland arbeitet. Meine Gastfamilie ist typisch irisch und ich liebe sie dafür! Es ist eigentlich nie langweilig, da ich mich so gut mit meinen Gastgeschwistern verstehe, dass ich mir schon gar nicht mehr ein Leben ohne sie vorstellen kann!

Zur Schule gehe ich in Milltown auf die Presentation Secondary School. Ich gehe in das 5th Year, das unserem 11. Jahrgang entspricht. Der Unterricht und der Stoff in der Schule, den wir hier durchnehmen,  ist aber komplett anders als das, was ich in Deutschland gemacht habe. Es dauert einige Zeit bis man sich daran gewöhnt hat, aber nach ein paar Wochen ist es schon wieder normal. Der andere große Unterschied zu deutschen Schulen ist, dass es eine Schuluniform gibt.  Jeden Tag muss ich meine schwarze Strumpfhose, meinen karierten Kilt, mein graues Hemd und meinen blauen Wollpullover anziehen, dafür kann ich aber bestimmt eine halbe Stunde länger schlafen, weil ich nicht erst groß überlegen muss, was ich anziehen möchte. Außerdem fängt meine Schule hier erst um 09:00 Uhr an!

Die Leute, mit denen ich auf eine Schule gehe, sind zum größten Teil wirklich nett und möchten auch alles über mein Leben in Deutschland wissen. Dennoch muss man sich schon anstrengen, um echte Freunde zu finden. Aber es hört sich schwerer an, als es ist. Am einfachsten ist es, wenn man sich bei AGs anmeldet. Ich bin zum Beispiel dem Basketballteam beigetreten (auch wenn ich komplett unbegabt bin) und ich war ein Mitglied in der 'Public Speaking' Gruppe, wir sind sogar Sieger aus Kerry geworden!

Meine Freizeit verbringe ich  mit den  unterschiedlichsten Dingen. Montags fahre ich mit Freunden und meinen Gastgeschwistern zum Proben für ein Musical in den Osterferien nach Killarney. Dienstags hatte ich normalerweise immer Basketballtraining, aber die Saison ist jetzt leider vorbei. Mittwochs habe ich Zumba mit meinen Gastschwestern und einer Freundin. Freitagabends gehe ich immer in einen Jugendclub, wo ich viele neue Leute kennengelernt habe. Wir unternehmen sehr viel mit dem Jugendclub, in den Ferien sind wir zum Beispiel GoKarting in Cork gefahren. Samstags fahre ich in das Gym und treffe mich mit Freunden. In Killarney gibt es wunderschöne  Restaurants, ein Schwimmbad und ein Kino und vieles mehr. Da wird einem fast nie langweilig! Jeden Sonntag spiele ich Querflöte in dem Kirchenchor, der aus 40 Grundschulkindern und 10 Secondary School Schülern besteht. Außerdem geben uns unsere Lehrer auch nicht gerade wenig Hausaufgaben, die auch fast immer kontrolliert werden.

Auch wenn sich das jetzt am Anfang komisch und schwer anhört: andere Schule, andere Sprache und generell komplett anderes Leben, so ganz allein ohne Familie und Freunde. Das wird alles ganz normal und jetzt fühle ich mich hier genauso zu Hause wie in Deutschland! Natürlich gibt es Hochs und Tiefs. Aber das gehört dazu. Ich war mir am Anfang ganz unsicher und wäre am liebsten zu Hause geblieben, aber Irland war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Wenn man sich erst mal traut hierher zu kommen und auf die Menschen zugeht, dann wird es das beste Jahr deines Lebens. Außerdem ist das Englisch der Iren gar nicht so schwer zu verstehen und der Kerry Akzent ist einer der schönsten Akzente, die es auf der Welt gibt!