Lennart - Ein Schuljahr in New York State

Auslandsjahr erste Statusmeldung:

Begonnen hat alles am 19.8.14 in Hannover am Flughafen, von dort aus bin ich nach Frankfurt geflogen und habe mich dort mit ein paar anderen Austauschschülern meiner Organisation getroffen, es waren 6 Leute und alles Mädchen. ;-) Von Frankfurt aus sind wir dann mit unserer Betreuerin Marie nach New York geflogen. Als wir angekommen sind, haben wir nur noch kurz was gegessen und sind dann alle kaputt ins Bett gefallen.

Am ersten Tag unserer New York Orientation sind wir morgens mit der Fähre zu Liberty Island gefahren und haben uns da die Statue of Liberty angeguckt. Danach sind wir durch den Financial District zum 9/11 Memorial und von dort aus zum Times Square. Dort haben wir Abendgegessen und hatten auch noch ein bisschen Freizeit, um uns alleine etwas umzusehen. Als wir dort fertig waren, sind wir zurück ins Hotel und schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen sind wir mit der Bahn nach Brooklyn und sind dann über die Brooklyn Bridge nach Manhatten gegangen. Darauf sind wir nach China Town und dann hatten wir Zeit zum shoppen und konnten machen, was wir wollen. Abends sind wir dann zum Rockefeller Center, um uns New York von oben anschauen zu können. Man muss dazu sagen: Es war die beiden Tage dermaßen heiß, dass wir alle um die Wette geschwitzt haben. Nach dem Rockefeller Center sind wir zurück zum Hotel, um unsere Sachen zu packen, am nächsten Morgen sollte es ja immerhin zu unseren Gastfamilien gehen. Wir haben uns dann nochmal alle in meinem Zimmer getroffen und Bilder ausgetauscht und ehe wir uns versehen konnten, war es auch schon 2:30Uhr und ich musste am nächsten Morgen um 5:00 aufstehen, um meinen Flieger zubekommen. Weniger cool! :) Alles in allem war das aber ein echt gelungener Anfang von einem hoffentlich super tollen Jahr.

Als ich dann mein Gate gefunden hatte und mich dort hingesetzt hatte, kam 5 Minuten später die Ansage, dass der Flug überbucht ist und sich doch bitte 4 Freiwillige melden sollen, die den Flug nicht nehmen, als Entschädigung würde den 4 auch ein Taxi nach Syracuse und 500$ Reisegeld bezahlt werden. Ein Glück haben sich dann schnell 4 gefunden und ich musste mir keine Gedanken mehr machen. 45 Minuten später bin ich dann mit meiner kleinen Propellermaschine in Syracuse gelandet, wo mich meine Gastfamilie auch empfangen hat. Als wir dann meine Koffer hatten, sind wir erstmal frühstücken gegangen. Danach sind wir nach Hause gefahren, haben unterwegs kurz bei meiner Schule halt gemacht und meine Gastgeschwister haben mich einmal kurz rum geführt. Zuhause angekommen war es erstmal eine doofe Situation, da jemand aus dem Freundeskreis meiner Gastfamilie vor kurzem verstorben ist, also sind wir dann zu einer Art Beerdigung, wo ich aber draußen gewartet habe. Nicht der einfachste Start! Danach sind wir noch was essen gegangen, ins Kino und dann bin ich nur noch tot in mein Bett gefallen.

Am zweiten Tag habe ich einen Amerikaner getroffen, der letztes Jahr ein Auslandsjahr in Deutschland gemacht hat, also habe ich mich mit dem ein bisschen unterhalten und wir haben Basketball und Football gespielt. Am nächsten Morgen sind wir in die Kirche und ich war überrascht, dass es gar nicht so anders war als in Deutschland. Abends war bei den Garretts Bonfire Party: Das bedeutet, es kommen jede Menge Leute, wir schmeißen jede Menge Holz auf den großen Busch im Garten und fackeln das ganze Ding ab. :)

Am nächsten Tag sind wir nach Syracuse gefahren und haben dort die New York Fair besucht, das ist ein großes Fest mit jeder Menge Essen, Fahrgeschäften und der Staat New York zeigt so ein bisschen, was er zu bieten hat. Meine Gastgeschwister hatten dort auch einen „Landwirtschaftswettbewerb“. Weil das ganze so groß ist, haben wir dann im Hotel in Syracuse übernachtet und sind am nächsten morgen gleich nochmal hin. Im Laufe der nächsten Tage habe ich mir dann meinen Stundenplan abgeholt:

1. English
2. Spanish
3. Algebra
4. Physical Education
5. Lunch
6. US-History
7. Nanotechnolgy
8. Physics
9. Physics Lab
Soccer
Jazz Band
 
Nach einer Woche durfte ich dann auch endlich mit dem Fußballtraining anfangen, ich hab zwar immer noch kein offizielles Schreiben vom Doktor, dass ich Sport machen darf, aber der Trainer sieht das nicht so eng und lässt mich mit trainieren. Das einzige Problem ist, dass ich die ersten 2 Saisonspiele verpassen werde, da ich mindestens zehnmal trainiert haben muss, bevor ich spielen darf.

Irgendwann fing dann auch endlich mal die Schule an. Man muss schon sagen, es ist ein großer Unterschied zu Deutschland. Die erste Sache, die mich ein bisschen verwirrt hat, war, dass man keinen Rucksack mit sich rum tragen darf. Also muss man morgens seinen Rucksack in seinen Locker hängen und dann nach jeder Stunde wieder hin und sein Zeug vom alten Fach reinlegen und vom neuen holen. Des Weiteren ist die Schulstunden-Pausen-Aufteilung komplett anders. Man hat immer 40 Minuten Unterricht und dann 4 Minuten Pause. Und Lunch ist dann ungefähr eine halbe Stunde. Das war am Anfang ein bisschen merkwürdig, mittlerweile ist es aber ganz normal und die 40 Minuten gehen extrem schnell rum, da man so an die 90 Minuten aus Deutschland gewöhnt ist. Die Leute in der Schule sind alle mega nett und man wird natürlich über alles ausgefragt. „Wie ist eure Schule?“ oder auch merkwürdige Fragen wie „Habt ihr Hamburger in Deutschland?“. Mit den Lehrern komme ich auch gut klar.

Noch ein paar Sachen zu meiner Familie. Ich bin ziemlich froh, dass ich nicht in so eine total patriotische Familie gekommen bin, hier sind sie alle ganz gemütlich mit dem Thema. Außerdem find ich es gut, dass an den meisten Tagen frisch gekocht wird und nicht nur einfach die Dose oder die Packung aufgemacht wird und dann ab dafür. ;-) Bisschen nervig ist, dass der Gastvater sich schnell aufregt, wenn die Kids nicht das machen, was sie sollen. Somit steht dann manchmal der Hausfrieden auf dem Spiel wegen kleinen Banalitäten. Wenn aber mal über nichts diskutiert werden muss, ist es ziemlich witzig und nett.