Emma - ein Schuljahr in Alberta

Hey, ich bin Emma und ich bin gerade in Red Deer in Kanada. Ich lebe hier mit einer jungen Frau und ihrer leicht behinderten Schwester in einem Haus. Es ist keine typische Familie, aber es ist eine tolle Erfahrung. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich einzuleben, aber jetzt fühle ich mich hier mega wohl. Ich habe mir langsam, aber sicher einen Freundeskreis aufgebaut und die Frauen-WG füllt sich schon total normal an.
Red Deer ist eine sehr religiöse Stadt und so ist auch meine Gastmutter ein “Follower of Jesus”. Ich begleite sie manchmal in die Kirche oder zu anderen kirchlichen Veranstaltungen, obwohl ich nicht gläubig bin. Ich finde es gehört einfach dazu sich auf neue Sachen einzulassen und so gehe ich jetzt einmal die Woche zum Jugendtreffen einer Kirche in der Nähe. Obwohl es manchmal ein bisschen komisch ist, wenn alle um einen herum tief in ihr Gebet versunken sind und ich Löcher in die Luft starre, habe ich dort schon viele nette Leute kennengelernt und fühle mich total wohl.

Die High School, die ich besuche, erfüllt zu 100% das Klischee. Jeder zieht sich an, sagt und macht was er will und wer mit einem Footballspieler zusammen ist, hat das ganz große Los gezogen. Überall stehen knutschende Pärchen und die andere große High School in der Stadt ist der größte Rivale bei sämtlichen Sportevents und wird gehasst. Ich fiebere schon sehnlich dem Frühling entgegen, um Leichtathletik anzufangen und Fußball zu spielen und um generell rauszugehen, ohne Angst vor Frostbeulen zu haben, denn die gibt es wirklich. Die Temperaturen sind schon seit zwei Monaten weit unter dem Gefrierpunkt und Schnee liegt seit September und wird erst im Mai schmelzen. Die Erfahrung, die ich hier erleben darf ist einzigartig und ich freue mich schon auf die restlichen Monate hier in Kanada.